Von den im Süden des Landes gelegenen tropischen Mangrovensümpfen erstreckt sich Thailand über knapp 2.000 Kilometer bis hin zur Gebirgswelt des so genannten Goldenen Dreieck.

Hua Hin, Thailand
Die landschaftliche Vielfalt von Thailand wird im Wesentlichen von vier das Relief bestimmenden Faktoren geprägt: die Ausläufer der Faltengebirge des südöstlichen Himalaja, die durch zahlreiche Flüsse und Kanäle zerschnittenen Anschwemmungsebenen, wellige Hügellandschaften sowie die Küstenzonen mit ihren zahlreichen Mangrovensümpfen und vorgelagerten Inseln.
Die Gebirgslandschaften im Norden von Thailand (nördlich des 17. Breitengrads), deren Berggipfel im Mittel bei rund 1.600 Meter liegen, aber auch Höhen von deutlich über 2.000 Meter erreichen können – bei ausgeprägten Höhenunterschieden (Chiang Mai 300 Meter ü.M.) – werden geprägt von fruchtbaren Tälern, die zugleich als Leitlinie für die Zuflüsse des Menam Chao Praya, der größte Fluss von Thailand, dienten. Markante Silhouetten bilden die bizarr zerklüfteten Kalkgebirge wie z.B. der bekannte Doi Chiang Dao (2.182 Meter) in der Nähe von Chiang Mai, Zentrum des Nordens und zweitgrößte Stadt Thailands, in dessen weitverzweigtem Höhlensystem sich zahlreiche Kultorte buddhistischer Pilger befinden. Die äußerst fruchtbaren Becken und Tal-Auen werden intensiv bewässert und stehen einer extensiven Landwirtschaft zur Verfügung.
Die in wirtschaftlicher Hinsicht bedeutende Region der Chao-Praya-Ebene lässt sich grob in eine Übergangszone im Norden und das eigentliche Delta – auch Bangkok-Ebene genannt, die sich bis zum Golf von Thailand erstreckt – einteilen, die von den Flüssen Menam Ping, Menam Yom und Menam Nan durchzogen wird, bevor sich diese bei Nakhon Sawan zum Menam Chao Praya vereinigen. Der hier ursprünglich vorhandene dichte Monsunwald hat zwischenzeitlich einer ausgesprochen ertragreichen Kulturlandschaft, mit idealen Voraussetzungen für den Reisanbau, weichen müssen.
Die Regionen Nordostthailands, der Isan, auch Khorat Plateau genannt, mit der im Zentrum gelegenen regionalen Metropole Nakhon Ratchasima, bilden eine Beckenlandschaft auf eine Höhe von 125 Meter bis 190 Meter ü.M. Die südlich gelegenen Bergzüge trennen das Plateau von den Tiefebenen von Kambodscha. Vor allem während der Wintermonsunmonate macht die Region mit ihren zum Teil ausgeprägten Dornensavannen, als Resultat unregelmäßiger Niederschläge und der Durchlässigkeit der Sandböden, ihrem Beinamen “Staubschüssel” alle Ehre.
Eine Welt aus Hügeln und Berge prägt das Landschaftsbild Südostthailands, dessen unruhiges Relief mit Höhen bis zu 1.600 Meter sich auch entlang der stark gegliederten Küsten fortsetzt, denen felsige Inseln vorgelagert sind. In den geschützten Buchten liegen malerische Fischerdörfer, über die Steilstufen stürzen eindrucksvolle Wasserfälle, die ein beliebtes Ausflugsziel sind, herab. Von den zahlreichen Badestränden erfreut sich vor allem Patthaya internationaler Beliebtheit. Die Hügelzonen, die weiter landeinwärts gelegen sind, sind zum größten Teil noch bewaldet.
Von Ratchanaburi im Süden bis hin zur Grenze zu Malaysia reicht der thailändische Anteil der Malakka-Halbinsel, deren nördlicher Abschnitt im Westen von den hohen Tenasserim-Gebirgsketten flankiert wird, die zugleich die natürliche Grenze zwischen thailändischem und burmesischen Anteil an der Malakka-Halbinsel bilden. Die versandete Ostküste bietet ideale Voraussetzungen für Badestrände. Der südliche Abschnitt, an manchen Stellen nur etwas mehr als 20 Kilometer breit, wird geprägt durch isolierte Berggipfel und der entlang der malaiischen Grenze verlaufenden rund 1.500 Meter hohen Bergkette von San-Kara-Khiri. Aufgrund der Flankierung der Bergketten durch tropische Meere werden sowohl der Südwestmonsun als auch der Nordostpassat zum Ausregnen gezwungen, sodass hier keine ausgesprochenen Trockenzeiten zu verzeichnen sind. Aufgrund der verhältnismäßig hohen aber gleichmäßigen Niederschläge ist die Malakka-Halbinsel auch das einzige Gebiet in Thailand mit einem tropischen Regenwaldklima.
Ganz gegensätzlich verhält es sich dagegen in den anderen Regionen von Thailand, wo der größte Teil der Niederschläge sich auf die Monate Mail bis Oktober, bei jahreszeitlich äußerst geringen Temperaturunterschieden, konzentriert. In den Bergregionen um Chiang Rai im äußersten Norden Thailands kann während des Wintermonsuns allerdings in der Nacht schon einmal Frost auftreten.
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